Wednesday, September 3, 2008

Back home (ReiseLog.: 4)

Auf dem Weg nach Hause ging es dann wieder über Jeffreys Bay und dem Island Vibe, wo Stefan und ich endlich mal mit dem Surfbrett in die Wellen warfen. Jedoch war der Erfolg gering, der Spass dadurch umso größer.
Nach einer weiteren Shoppingtour und einem weiteren Sieg der Deutschen im Halbfinale gegen die Türken, ging es wieder gen Heimat, wo es jetzt seit über einer Woche Dauerregnet und sich eine kleine Winterdepression in die Herzen der Menschen einpflanzt.
Für mich zum Teil nicht ganz so schlimm, schließlich habe ich eine unvergessliche Zeit verbracht und kann jetzt geruhsam mich den Alltagspflichten eines Capetonians widmen:
Arbeiten, Volleyball und was eben sonst noch so Spaß macht!

The middle of nowhere (ReiseLog.: 3)

Nach zwei Tagen Buccaneers ging es dann über Stock und Stein zum wirklich „Wilden“ Teil der Wild-Coast. Mit einer Passstraße, bei der ich echt froh bin dass mein Ferrariroter 1er Golf nicht schlapp gemacht hat, sind wir nach knapp 5 Std Fahrt im wirklich einsamsten Teil des Landes gestrandet. Von Villages der Xhosa Menschen umgeben liegt unglaublich gemütlich gelegen das Coffee Shack, ein weiteres Backpackers der besonderen Art.

Wunderschön, an einem Küstenabschnitt gelegen, umgeben von lauter Wiesen und Wäldern stranden hier unglaublich viele Hippies und Globetrotter auf der ganzen Welt, um einfach mal nur die freie Natur zu genießen. Fernab von jeglicher Zivilisation leben hier die Menschen noch wie vor hundert Jahren in Lehmhütten aus Boden von Kuhmist, brauchen ihr eigenes (unglaublich beschissenes) Xhosa Bier und leben gemütlich vor sich hin. Keine Kriminalität, Elektrozäune und Hochsicherheitsanlagen ließen meinen europäischen Geist endlich mal wieder zur Ruhe kommen.

Gleich nach der Ankunft erstiegen wir einen mir unbekannten Hügel und nahmen in einem kleinen Village an einer Traditionellen Pilsbier-Runde mit den Einheimischen Teil. Leider schmeckte das Pilsbier doch sehr mehlig und die Speise wurde mit einem in jedem Einkaufsladen üblichen Aromagewürz aufgepeppt. Doch die Gastfreundlichkeit der Menschen und ein lustiger Tanz mit viel hausgemachter Musik entschuldigte meine deutsch-äthiopischen Geschmacksnerven um ein vielfaches.

Am nächsten Tag begrüßte uns wunderschönster Sonnenschein und wir machten uns auf zu einem atemberaubenden 4 Stunden-Hike entlang der Küste. Landliche wundersame Tiere wie auch Wale und Delfine konnten wir bei dem schönen Spaziergang bewundern. Abgerundet wurde der Tag mit einem gekühlten Bierchen mitten im Nirgendwo, die letzen Sonnenstrahlen und ein purpurroter Sonnenuntergang ließen uns um ein weiteres mal erstaunen.

Little Paradies (ReiseLog.: 2)

Unser zweiter Stopp führte uns dann ins Buccaneers Backpackers nach Chintsa, gleich um die Ecke von East London. Mitten im Grünen an einer Lagune gelegen nächtigt man in kleinen süßen Häusschen. An solch einem Ort kommt man mal so richtig runter und kann sich ganz gemütlich den Tagesaktivitäten wie eine Paddeltour, ein langer Spaziergang ans Meer oder einfach mal locker in der gemütlichen Holzbar an der offenen Feuerstelle abchillen.

Chillen wir im „little Paradise“ groß geschrieben und darin war ich eh schon immer ein ganz großer gewesen. Ich hätte gern ein bisschen mehr Fußballfieber beim Spiel der Deutschen erwartet, aber dass war bei der immensen Menge an Weed, was die Bewohner der chilligen Behausung scheinbar ununterbrochen konsumiert haben, nicht möglich. Aber gewonnen wurde ja zum Glück trotzdem J

Sonne Shoppen Surfen (ReiseLog.:1)

Am Montag habe ich meinen zweiten Trip durch Südafrika machen können. Diesmal war das Ziel ca. 1500 km entfernt, die Transkei. Besser gesagt die Wild Coast of South Africa. Wobei man sagen muss, dass während der Fahrt immer mal wieder an den Plänen, die eigentlich eh nur verschwommen vorhanden waren, immer wieder gerüttelt, geschüttelt und umgeworfen worden sind. Aber das hat mich und meine beiden Reisegefährten nicht wirklich gestört.

Auf dem Weg dahin haben wir als ersten Stop ein kleines Backpackers aufgesucht, damit wir auch ja nicht das Deutschlandspiel gegen Österreich verpassen konnten. Mitten in der Einöde haben wir uns dann das Spiel mit drei Engländern und ich glaub 2 Südafrikanern angeschaut, von großen Emotionen konnte nicht die Rede sein. Nach dem Spiel ging es dann weiter zum 780 km Entfernten Surfer-Paradies Jeffreys Bay an der Sunshine Coast.

Leider war von Sunshine nicht viel zu sehen, Aber das Backpackers Island Vibe ist unglaublich schön direkt am Strand gelegen. Und da das Wetter nicht zum Surfen oder Schwimmen oder Schnorcheln eingeladen hat, haben wir uns dem nächsten S zugewendet: SHOPPEN

Jeffreys Bay ist bekannt für die Surfer Outlet Stores und die machen wirklich Laune, mal ordentlich den Kleiderbestand aufzustocken. Insgesamt habe ich meinen gesamten Kleiderbestand verdoppelt und das für gerade mal lächerlich 200 Euro! Mit einer urigen Bar, Billiard-Tisch und Lustigen Menschen sind wir dann an unserem ersten Spot 3 Tage lang hängengeblieben…

Thursday, June 26, 2008

I`m back

Hey Hallo
ich bin wieder von meinem 10 Tagestrip die Ostküste rauf in die Transkai zurück. Zunächst gibt es mal ein paar Bilder, für alle Faulen unter euch:

Bilder

die Reisebroschüre folgt die Tage.

Schöne Grüße aus dem kühlen Süden
domi

Thursday, May 22, 2008

Xenophobia

Ein Fremdwort, was ich bis vor wenigen Tagen noch nicht kannte. Xenophobia ist die Angst vor Ausländern, vor Fremden: fear against foreigners! Für mich ein völlig neues Wort, ein völlig erschreckender Zustand, der hier in Südafrika momentan Einzug erhält. Seit ca. einer Woche herrschen erschreckende Zustände in Alexandria, einem Township in der Nähe von Johannesburg. Innerhalb einer Woche wurden über 50 Menschen hingerichtet, verbrannt und erschlagen. Mehr als 500 wurden mit Brandverletzungen, Stich- und Schusswunden in Krankenhäusern eingeliefert. In der Region Gauteng herrschen an manchen Orten Anarchische Zustände, ich schaue mir die Nachrichten mit völligen Unglauben an. Es herrscht Krieg zwischen Arme gegen Arme, poor against poor.

Die Polizei hat fast keine Möglichkeit, der Gewalt und Kriminalität entgegen zu wirken. Fast jede Nacht brennt irgendwo ein Teil eines Township nieder, wütende Mobs ziehen durch die Straßen. Vor allem illegale Einwanderer aus Mozambique, Namibia oder Nigeria sind die Zielscheibe der Gewalttaten. Es heißt, sie nehmen den Armen auch noch die letzte Möglichkeit an Jobs und Geld zu kommen, weg. Es wird eine total schräge Parallele zu Apartheits-Zeiten gezogen, mehr oder weniger auch mit gutem Grund. Denn der Ruf Südafrikas in Restafrika wird durch diesen Zustand enorm beschädigt. Die Südafrikanische Fussballmannschaft, die ein Freundschaftsspiel in Nigeria spielen will, musste unter Polizeischutz gestellt werden.

Hier die Nachrichten anzuschauen ist für mich zum Teil der totale Alptraum. Schlimmer als jegliche Golfkriegsübertragung, denn hier wirkt alles total real und für mich auch erschreckend nah. Blutbäder und brennende Townships bestimmen das Nachrichtengeschehen. Was man in Deutschland vielleicht mal für eine Minute in ARD sieht, bekommt man hier unzensiert und erschreckend zu Gesicht. Solche Bilder zu sehen sind prägend, man begreift erst auf diese Weise, wie gut es uns doch in Deutschland geht und wie winzig klein die meisten unserer Probleme doch in Relation zur Dritten Welt sind.

Ob es gerechtfertigt ist, dass jetzt auch die Behörden vor einem Urlaub in Südafrika warnen, ist eigentlich quatsch. Denn wer macht schon seinen Urlaub im Township? Jedoch wird die Gewaltbereitschaft bei Überfällen und Diebstählen immer brutaler. Immer häufiger bekommt man Geschichten erzählt, dass jemand erschossen wurde, nur um an das Handy oder Auto zu kommen. Dabei sind die Sachen immer gut versichert oder sau billig zu beschaffen. Dann heißt es halt immer: das ist halt Afrika!

Sunday, May 11, 2008

Garden Route

Moin Moin liebes Tagebuch,
hier in Cape Town ziehen dunkle Wolken auf. Es wird von einem auf den andern Tag einfach mal ARSCHKALT, welche Frechheit. Nicht das sich so langsam mal die Temperaturen senken, nein, von heute auf morgen ist der Winter da. Die Temperaturen gehen nicht ueber 15 Grad, es regnet jetzt seit knapp 5 Tagen. Naja, war ja abzusehen, dass jetzt noch ein richtig frischer Winter ins Haus kommt. Die Wohnungen sind richtig kalt, keine Isolation und die Fenster sind faktisch fuer nix zu gebrauchen...
Aber dafuer hatte ich bei meinem ersten Trip Bombenwetter gehabt. Zu fuenft haben wir uns in meinem Sportferrari auf den Weg 500km die Ostkueste herauf nach Plettenberg Bay gemacht. Ein bunter Mix von einem Australier, einer Schweizerin, Jethro und ein Kumpel von ihm aus Port Elizabeth. Auf unserer Route stand eigentlich nicht fest, ein Ziel hatten wir auch nicht wirklich, nur Chillen und Spass haben war der Plan. Dieser ging auch voll auf, viel spaeter als erwartet stiegen wir Mittwochs abends ins Auto, voll gepackt bin unters Dach. Die erste Nacht wurde dann das Backpackers in Buffalo Bay aufgesucht, ein uriges Fleckchen im nirgendwo. Von dort hat es uns dann nach Plettenberg geschlagen fuer die naechsten 2 Tage, viel chillen und am Strand liegen. Den hoechsten BungeeJump haben wir uns auch noch angeschaut, am Fusse des Tsitsikama. Die letzte Nacht haben wir dann in der naehe von Knysa verbracht, auf einem Bauernhof/Pferdekoppel, wo der Hund begraben war. Aber dafuer total im Gruen, wo wir mal schoen 1 std auf einer Sandpiste mit Quads aheizen konnten. Die Gegend um Knysna hat landschaftlich unglaublich viel zu bieten, wunderschoene Lagunen ziehen sich bis zu den Haeusern, die Gaerten reichen bis zum Wasser hinein. Und ein saftiges Gruen, das es fast in den Augen weh tut.
Ja, so laesst es sich leben. Die Menschen sind ausserhalb der Grossstadt noch viel entspannter, die Kriminalitaet ist fast gleich null, so wie man es sich wuenscht. Wurde sogar schon von der Polizei angehalten, aber da meine Hupe einwandfrei funktioniert wurde ueber ein grosses Weed-Pack und ein hoffnungslos ueberfuelltes Auto ohne funktionierendem Ruecklicht grosszuegig hinweggesehen. Einfach net, die Leute hier.
So das wars fuer heute wieder, ich zieh mir meine Muetze tief ins Gesicht und wuensch euch im immer heisser werdenden Deutschland einen schoenen Start und Sonnencreme nicht vergessen!
Ciao domi

Sunday, April 20, 2008

Samstag, 19.04

Ich bin jetzt knapp 3 Wochen hier und fühle mich trotz so manchen Strapazen doch mehr oder weniger Pudelwohl hier. Zwar hab ich momentan eine große Krabbeltier-Phobie und mich juckt es dauernd irgendwie und ich hab schon wieder Angst, dass ein F*** Bed Bug irgendwo auf mir rumkrabbelt, aber das lässt hoffentlich bald nach. Heute haben wir einen Adventure-Trip auf einem River ca. 150 km nördlich von Kapstadt gestartet. Und haben leider die ersten Ausläufer des Winters zu spüren bekommen, es war arschkalt und es hat mehr oder weniger die meiste Zeit geregnet.

Es herrscht eine allgemeine Uneinigkeit, welche Jahreszeit nun die beste hier in der Kapregion ist. Das eine Lager sagt, geprägt von Surfern, dass der Winter die coolste ist. Wenig Wind, riesen Wellen und eine Menge Spass im Wasser (groooße Weisse Haie). Die Chiller, Partypeople und Kite-Surfer hingegen stehen mehr auf den Sommer mit vielen Models, warmen Wetter, wenig Regen dafür an manchen Stränden richtig guter Wind. Mir selbst ist es grad echt schnuppe, finde es einfach unheimlich schön hier und kann mich nach einem 8 Stunden Arbeitstag unglaublich gut entspannen und Energien für den nächsten Tag sammeln. Und an den Wochenenden ist es eh einfach unglaublich, was man alles machen kann. Ob Beachen, Hiken oder einfach Chillen, Relaxen oder Shoppen. Es gibt einfach alles, und dass doch in einer unglaublich entspannten und smooven Atmosphäre.

Am Mittwoch war ich spontan auf einem Konzert von Goldfish, alle elektroiden Leser müssen sich mal Livesets oder Alben von den beiden Jungs runterladen. Die haben es echt drauf, guten Elektrosound mit Saxophon und allerlei sonstigen Jingles und Gebimmels zu kombinieren. So, das war es erst mal wieder von mir, bis zum nächsten mal.

Kriminalität

Ich habe jetzt gehört, dass der Spiegel Kapstadt zu der Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate gekürt hat, deswegen denke ich, sollte ich mich mal dazu äußern: statistisch gesehen scheint es wohl auch zu stimmen, jedoch bekommt man es an den meisten Orten, an denen man sich gerne aufhält, nicht mit. Die höchste Kriminalität herrscht in den Townships, was an den anarchistischen Bedingungen und einer enorm hohen Zahl an Alkoholikern liegt. Ich denke, diese Townships werden auch von der Polizei zum größten Teil gemieden, die Menschen regeln ihr Miteinander für sich selbst. Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich unglücklich sind, die Erwartungshaltung dem Leben gegenüber ist nicht sehr hoch und sie geben sich mit viel weniger zufrieden und machen oft einen glücklichen und zufriedenen Eindruck.

Jedoch ist die City Bowl von der Kriminalität bei weitem nicht verschont. Erst gestern kam ich um 12 Uhr Abends an einer Messerstecherei vorbei, ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen was da vor sich gegangen ist. Die Polizei ruft im Radio und Fernsehen dazu auf im Ernstfall, sein eigenes Hab und Gut mit Waffengewalt zu verteidigen. Das ist schon krass, wenn man es von der Obrigkeit des Landes zu hören bekommt. Leider ist auch die Zahl der Vergewaltigungen von Mädchen in jungen Jahren enorm hoch. Dies liegt vor allem an dem Irrglauben der Schwarzen, dass sie sich durch eine Entjungferung von schlimmen Krankheiten wie AIDS reinwaschen können. Somit lässt sich auch gut die hohe AIDS-Rate Südafrikas erklären, schließlich ist sie mit knapp 42% die höchste auf der ganzen Welt. Außerdem gibt es zwar an allen Ecken und Enden umsonst Kondom-Spender, jedoch wird dies nicht von der schwarzen Bevölkerung angenommen!

Elektrizität

Südafrika hat ein sehr großes Stromproblem. Der Stromanbieter hat hier sein Monopol inne und versperrt Konkurrenten aus dem Ausland den Weg, hier Strom zu verkaufen. Da aber die Wirtschaft zu schnell wächst und die Großstädte zu schnell gewachsen sind, wird es nicht mehr genug Strom in den nächsten 10 Jahren geben. Somit wird zur Warnung in Kapstadt jeden Tag ein Stadtteil für mehrere Stunden vom Netz gekappt. Dies sieht nachts unheimlich gut aus, es sei denn man ist in einer nicht ganz so sicheren Gegend und versucht in einer alten Stadthalle Volleyball zu spielen. Denn ohne Strom ist es RICHTIG dunkel. Aber irgendwie zeigt es, trotz all dem Know-How und dem Europäischen und Amerikanischen Flair, dass man halt doch in Afrika ist. Der Strom funktioniert hier wie mit einer PrePaid Karte vom Handy. Als ich gestern heimgekommen bin war kein Strom mehr da, und ich schaffte es gerade noch an einen Schalter zu fahren und einen neuen Credit zu kaufen, ansonsten wäre der Abend gestern sau doof gelaufen. Den ganzen Tag war schon der Credit down und unser Kühlschrank taute unbeabsichtigt ab und die Küche stand unter Wasser. Aber irgendwie sind so Miseren doch witzig wenn man drüber im nachhinein nachdenkt, nur während dessen beschlich mich eine leichte Panik!

Wie das Stromproblem in nächster Zeit gelöst wird, ist unklar. Rein theoretisch gibt es keine andere Lösung als private Konzerne den Markt zu öffnen, jedoch wird bis dahin wohl noch ein bisschen Zeit ins Land gehen und immer mal wieder die Strassen in völliger Dunkelheit versinken lassen. Was allerdings an großen Kreuzungen mit nicht funktionierenden Ampeln zum krassen Verkehrschaos führt...

Bed Bugs

So jetzt erzähle ich mal eine Kehrseite von Afrika. Afrika hat viel krabbelndes und rumkriechendes Viechzeug, welches einem jeden Morgen grinsend vor dem Bad oder auf dem Flur begegnet. Naja, man gewöhnt sich dran, es ist aber nicht jedermanns Sache. Aber was gar nicht geht: Bed Bugs. Die verteufelte Ausgabe einer Scheiß-Beschissenen Wanzenart, die mich jetzt die letzten zwei Wochen übelst zugerichtet hat. Aber nach einem Großeinsatz mit dem DOOM-FOGGER hab ich mal ordentlich Chemie in mein Zimmer gepumpt. Seit dem ist es ruhig geworden, kann nur hoffen, dass es auch so bleibt.
Mein Bett ist auch rausgeflogen, das hab ich an ein paar Township-Jungs von der Straße geschenkt, die haben sich auf jeden Fall gefreut darüber. Ich muss jetzt halt schauen, wie und woher ich ein neues Bett bekomme, aber das wird ja nur eins von den kleineren Problemen sein. Auf jeden Fall küre ich mich zum Sieger um die Schlacht um mein neues Schlafgemach, denke schon darüber nach, mir eine große Spinne zu halten, die mal den Insekten den Garaus macht. Und das bei meiner Spinnenphobie…

Sunday, April 13, 2008

Bilder

Halli Hallo

Da leider dieser Blog hinsichtlich dem Upload von Bildern sehr beschraenkt ist, findet ihr meine Fotos unter folgendem Link:

Kapstadtbilder


Viel Spass beim Anschauen

Bye Bye

Wednesday, April 9, 2008

Wohnung & Bros

Ich wohne hier in Tamberskloof, ein sehr ruhiger und schön gelegener Stadtteil von der City Bowl, der Innenstadt. Es geht hier ständig bergauf und bergab, weil der Stadtteil direkt am Lions Head, einem Ausläufer des Tafelbergs liegt. Es heißt, das hier sehr viele Deutsche leben, jedoch bekomme ich es nicht unmittelbar mit. Mein Mitbewohner Jethro, kurz Bros, Guy oder Man ist Südafrikaner und ein echt verrückter witziger Vogel. Wir teilen uns schätzungsweise 60-70 qm mit einem echt schönen Balkon und abgefahrenen Wohnzimmer mit Chiller-Couch. Zwar sind alle Fenster und Türen vergittert, jedoch fühle ich mich recht sicher, unsere Haustür vergattern wir eigentlich fast gar nicht. Die Häuser hier besitzen keine Heizungen, ich hoffe es wird ein nicht allzu strenger Winter werden, denn die Fenster und Wände isolieren nicht sonderlich.

Jethro arbeitet als Produktionsmanager in einem Betrieb, die Sicherheitslösungen für Heizer und Erhitzer herstellen. Auch haben sie Projekte, in denen sie in den Townships Stromfreie Lösungen für die Verbesserung der Sanitären Anlagen herstellen. Er will mich bei seinem nächsten Projekt in den Townships mitnehmen, ich denke es ist sehr interessant das schwarze Leben in den Armengegenden sich auf diese Art anschauen zu können.

Party

Kapstadt ist ein einzig großes Partyparadies. Man kann jeden Tag weggehen, es gibt zahlreiche Clubs und Diskotheken in der Stadt. Ebenso Restaurants, Bars und Bistros, schön gelegene Cafes direkt an den Stränden gelegen. Ich hab bisher schon ein paar Sachen gesehen und war schon echt erstaunt, wie günstig hier das weggehen ist. Mit nem Euro für ein Pils ist man dabei, und das schmeckt sogar echt gut. Wenn man auf ein Black Label keinen Bock hat bekommt man für 10 Cent halt ein Becks oder Heineken. Also ist für das Wohl meiner Leber schon einmal gesorgt, der Rotwein übertrifft allerdings alles. Und das bei einem Flaschenpreis von vielleicht 3 Euro im Restaurant. Mucke mäßig hat es mich am Freitag voll umgehauen, zwei Jungs haben da Back to Back schönen Elektrosound rausgehauen und eine coole Stimmung war am Start. Man kann hier echt alles mitnehmen, was es in Deutschland auch gibt, nur einfach günstiger, lockere Menschen und ausgelassene Stimmung. Bin mal gespannt wie das hier weitergeht.

Politik

In Südafrika verschlechtert sich leider immer mehr die politische Situation. Habe mit vielen Südafrikanern gesprochen, und alle befürchten einen großen Knall, kurz nach der WM 2010. Diese WM ist, ähnlich wie in China die Olympischen Spiele, nicht eine wirklich kluge Wahl für die Austragung eines solch großen Sportereignisses. Die Arbeitslosenzahl liegt bei ca. 42 % und in manchen Bezirken steigt sie über 50 % an. Das Geld, was für die 4 Wochen WM für die Errichtung von Stadien, Hotels und sonstigem Schnick Schnack ausgegeben wird, kann überhaupt nicht wieder eingenommen werden. Und wenn, fließt das Geld nicht an die richtigen Personen, sehr viele Ausländer kommen zur Zeit nach Südafrika, um durch den Aufbau und den Vorbereitungen für die WM das große Geld zu verdienen. Somit werden das große Geld nur die falschen Leute hier in Südafrika abbekommen und ich vermute nach den 4 Wochen WM ist die Luft auch schon wieder raus und die Stadien werden verrotten. Fußball, vor allem die Premierleague ist sehr beliebt, jedoch sind die lokalen Fußballspiele kein großer Publikumsmagnet.

Die Kluft zwischen Arm und Reich ist enorm, es existiert nur eine schmale Mittelschicht. Steuern werden nur von den Reichen gezahlt, das System bekommt es nicht auf die Reihe, hier geeignete Gegenmaßnahmen in Gang zu setzen. Auch ist das Bildungssystem total im Keller, was daran liegt, dass die Lehrer nur sehr wenig Geld verdienen und sonst auch nur wenig in Bildung investiert wird. Wer es sich leisten kann, schickt die Kinder in Privatschulen, die staatlichen Einrichtungen haben einen zum Teil sehr schlechten Ruf.

Auch die Polizei ist zum Teil ein Witz, sie besitzt manchmal nicht mal das Geld ihre Autos zu tanken um zu einem Einsatz fahren zu können. Sie kommt dann 2 Tage später an, wenn eh alles zu spät ist bzw. wenn alles sich von selbst geregelt hat. Auch sind die Polizisten absolut unterbezahlt und deswegen sehr bestechlich. Selten muss man mit Strafen rechnen wenn man was angestellt hat, häufig kann man das Problem einfach, durch ein paar Scheine in die Hand der Polizisten, aus der Welt schaffen. Ich habe gehört dass in Kapstadt gerade mal 150 Polizisten arbeiten, bei 2,3 Millionen Einwohnern ein kleiner Witz…

Durch die große Mehrheit des ANC, der Partei, der Nelson Mandela angehört, besteht zur Zeit nahezu ein Einparteiensystem. Was dadurch passiert, kann man sich ja in Russland anschauen. Jedoch ist sowohl in der weißen wie auch schwarzen Bevölkerung Mandela ein Volksheld, wobei ich bisher auch fast nur englisch-stammige Südafrikaner kennengelernt habe. Generell habe ich hier noch nie jemanden Afrikaans sprechen gehört, aber das find ich auch gut so. Schließlich bin ich ja zum Englischlernen hier.

Autofahren

Links fahren macht total Spaß. Wenn man sich mal daran gewöhnt hat, ist es wirklich lustig und die Straßen sind auch total kurvenreich und abenteuerlich. Da die Distanzen in der Stadt enorm groß sind und man eigentlich keine Busse oder Taxen nimmt, außer man ist zu betrunken, fährt man halt das Meiste mit dem Auto. Zum Glück kostet das Benzin auch nur die Hälfte wie in Deutschland, dadurch schmerzt es nicht so sehr im Geldbeutel. Die Südafrikaner fahren total verrückt, dadurch muss man immer total aufpassen dass man nicht geschnitten, ausgebremst oder an total unübersichtlichen Straßenabschnitten einfach über den Haufen gefahren wird. Aber bisher ging alles gut. Mit dem Käfer, mit dem ich durch die Gegend eier ist das aber auch besser so, glaube kaum das der mehr aushält als ein Schuhkarton. Aber dafür ist es echt lustiges cruisen, ich wer noch nie Käfer gefahren ist muss es unbedingt mal ausprobieren. Ähnlich wie Trabifahren, wie auf Schienen fahren. Zuerst bin ich einen knallroten Sportkäfer gefahren, jetzt ist der schon kaputt und ich fahre mit einem Babyblauen durch die Gegend. Der ist allerdings total verrostet und hat nicht soviel Dampf unter der Haube, trotzdem macht es einen riesen Spass in der Kiste. Vor allem in den Serpentinenstraßen am Tafelberg.

Stadt

Die Stadt ist einfach ein Traum, wie man es sich kaum vorstellen kann. Man nicht nur einen sondern gleich zwei Ozeane, die an der Stadt angrenzen, mit traumhaft schönen Sandstränden, von wellig, bis glatt, von stürmischen bis windstillen Plätzen, für alle ist was dabei. Camps Bay und Clifton Beach sind sehr schöne gepflegte Strände in traumhafter Umgebung zum chillen und relaxen, vielleicht 5 min von meiner Haustür entfernt. Zu den Surfstränden hat man dann eine große Auswahl, jedoch fährt man immer ein Stückchen. Da ich aber noch nicht Surfen war muss ich ein anderes Mal darüber berichten. Leider ist das Wasser recht frisch, somit ist es mit schwimmen schlecht bestellt, jedoch ist das Relaxen am Strand beim Bierchen mit Sonnenuntergang am Horizont eine tolle Angelegenheit. Insider berichten, dass dafür das Meer bald warm wird, denn merkwürdiger Weise ist es im Winter warm im Wasser. An Stränden ist es immer schön zu chillen, aber wenn man keinen bock drauf hat, fährt man halt hoch zum Signal Hill und schaut sich mit Blick über ganz Kapstadt den Sonnenuntergang an. Eine unglaubliche Aussicht für mich Kleinstädter, und das mit weniger als 10 min Fahrtzeit. Ansonsten bietet die Stadt eine unglaublich große Masse an Clubs, Bars, Restaurants und Partymeilen, dass einem der Abend bestimmt nicht langweilig vorkommen muss. Die Sicherheit ist eigentlich überall gegeben, mehr oder weniger. Es gibt dennoch eine sehr arme Bevölkerung, die sich auch in der City Bowl aufhält und auf den Straßen schläft und bettelt, man muss aufpassen. Für mich ist es sehr ungewohnt und ich denke solche Situationen darf man vor allem nach Einbruch der Dunkelheit nicht unterschätzen, habe schon von vielen gehört dass sie ausgeraubt wurden. Demnach oberste Maßregel: Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste, oder wie auch immer das dumme Sprichwort lautet.

Wetter

In Kapstadt ist jetzt Herbst und dann kommt der Winter, jedoch läuft es ganz anders ab wie man es sich vorstellt. Hier war es die ersten Tage um die 30 Grad, enorm abgefahrenes Chiller-Wetter. Es wird jetzt zwar bald bisschen kühler, aber schlimmstenfalls wird das Thermometer wohl mal unter 10 Grad nachts fallen. Der große Unterschied besteht vor allem darin, dass das Wetter viel wechselhafter ist als in Deutschland. Es kann schön Anfangen, dann zwischendurch Stürmen und regnen, um danach wieder über 20 Grad warm zu werden. Sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem, weil ich keinen Plan hab wie ich das in Zukunft mit meinen Klamotten handlen soll. Auf jeden Fall habe ich dafür das Glück, sehr vielen Haien und Walen in Strandesnähe zu begegnen, wobei mich erstere vor allem beim Surfen stören werden. Hab schon ein bisschen Schiss davor, aber es gibt wohl anscheinend gar nicht soo viele Haiattacken. Naja, damit muss man sich hier einfach arrangieren. Zurück zum Wetter: heute musste ich zum ersten Mal lange Hose und einen Zippo tragen, damit mir nicht frisch wird. Also ein viel harmloseres Wetter, als ich befürchtet hatte. Sehr viel Sonne und blauer Himmel, ein Traum, um von weit oben auf die Stadt herunter zu schauen.

Monday, April 7, 2008

Moin Moin

Hey meine lieben Freunde, Verwandte, Bekannte, Geschwister, Eltern und wer sich sonst noch so alles meiner Seite hier tummelt. Ich bin jetzt genau seit 7 Tagen in Cape Town, kurz CT, und habe jetzt mal die Zeit meine ersten Eindrücke setzen zu lassen und mir ein bisschen Zeit zu nehmen, euch ein wenig an meinem neuen Leben weit weg von Europa teilhaben zu lassen. In Kurzfassung: es geht mir gut J um nicht zu sagen, sehr gut. Hatte die ersten Tage immer ein sehr großes Schlafdefizit aufzuholen, aber daran muss man sich hier einfach gewöhnen. Das Leben spielt sich mehr außerhalb der eigenen vier Wände ab, dadurch wird es leider auch zumeist ein bisschen spät. Aber das bekommt man schon geregelt nach ein paar Tagen. Jetzt ist es Sonntagabend, ich relaxe mit Jethro genüsslich auf der Couch in unserem Wohnzimmer und schaue mir nebenbei The Fifth Element an. Ich werde bald noch ein Internetcafe aufsuchen um dann mein Geschreibsel mit ein paar Bildern optisch untermalen zu können. Internet ist eine teure Angelegenheit hier in Afrika, es gibt immer nur Volumentarife und selbst die haben es preislich in sich. Also werde ich mich auch nicht so regelmäßig melden können, jedoch kann ich im Office immer per Skype und Email ein bisschen den Kontakt zur Außenwelt halten. Jedoch ist auch dort nur ein Volumentarif möglich, somit somit ist es auch dort schlecht mit telefonieren…